“Water Stewardship” (etwa: Wasser-Patenschaft) ist ein strategischer Ansatz, der über die Grenzen des eigenen Hotelgeländes hinausgeht. Es bedeutet, dass ein Unternehmen seine Verantwortung für die nachhaltige Bewirtschaftung der gemeinsamen, lokalen Wasserressourcen erkennt und aktiv wahrnimmt. Es geht nicht nur darum, den eigenen Verbrauch zu senken, sondern sicherzustellen, dass das gesamte Wassereinzugsgebiet gesund bleibt.
Wie ein Hotel zum “Water Steward” wird:
- Verstehen des lokalen Wasserrisikos:
- Analyse: Das Hotel analysiert die spezifische Wassersituation seiner Region. Liegt es in einem Gebiet mit Wasserknappheit? Ist das Grundwasser durch Landwirtschaft oder Industrie belastet? Welche Ökosysteme (Flüsse, Seen, Feuchtgebiete) sind von der Wasserqualität und -menge abhängig?
- Interne Maßnahmen maximieren:
- Grundlage: Bevor man extern aktiv wird, müssen die eigenen Hausaufgaben gemacht sein. Das beinhaltet maximale Wassereffizienz und, wo möglich, den Einsatz von Recycling-Technologien wie der Grauwasseraufbereitung.
- Externe, kollektive Maßnahmen ergreifen:
- Prinzip: Wasserprobleme sind fast immer geteilte Probleme. Lösungen erfordern die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren.
Beispiele:
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- Finanzierung von Renaturierungsprojekten: Das Hotel investiert in die Wiederherstellung eines nahegelegenen Feuchtgebiets, das als natürlicher Wasserfilter und Hochwasserschutz dient.
- Partnerschaften mit der Landwirtschaft: Das Hotel unterstützt lokale Bauern finanziell oder mit Know-how bei der Umstellung auf wassersparende Tröpfchenbewässerung, um die Belastung des Grundwassers zu reduzieren.
- Teilnahme an lokalen Wasserforen: Das Hotel engagiert sich im Dialog mit der Gemeinde, Behörden und anderen Unternehmen, um einen gemeinsamen Plan für ein nachhaltiges Wassermanagement zu entwickeln.
Ein Hotel, das “Water Stewardship” betreibt, sichert nicht nur seine eigene langfristige Betriebsgrundlage (ohne Wasser kein Tourismus), sondern schafft auch einen enormen Mehrwert für die gesamte Region und stärkt seine gesellschaftliche Akzeptanz (“Social License to Operate”).