Der digitale CO₂-Fußabdruck bezeichnet die gesamten Treibhausgasemissionen, die durch die Erstellung, Speicherung, Übertragung und Nutzung digitaler Technologien entstehen. Obwohl dieser Bereich „unsichtbar“ erscheint, ist er hochrelevant – vor allem, wenn man bedenkt, dass die globale Digitalwirtschaft inzwischen mehr Emissionen verursacht als die gesamte Luftfahrtindustrie.
Für Hotels ergibt sich der digitale Fußabdruck primär aus drei Bereichen:
- Eigene IT-Infrastruktur:
- Herstellung der Hardware: Die Produktion von Servern, Kassensystemen, Tablets und Mobilgeräten verbraucht große Mengen Energie und seltene Erden. Allein ein Laptop kann in der Herstellung über 200 kg CO₂ verursachen.
- Betrieb und Wartung: Laufende Nutzung inklusive Kühlung von Serverräumen, Backup-Systeme, Wi-Fi-Netzwerke – oft auch im 24/7-Betrieb.
- Digitale Dienstleistungen (Website, Cloud, Streaming):
- Rechenzentren: Buchungssysteme, CRM-Software und Gästedatenmanagement laufen über Cloud-Dienste, deren Server riesige Mengen an Strom verbrauchen – insbesondere für Kühlung.
- Website- und App-Nutzung: Jeder Klick auf ein Bild, Video oder PDF erzeugt Datenverkehr. Hochauflösende Bilder, aufwendige Animationen und Videos erhöhen den Datenbedarf exponentiell.
- Digitales Verhalten von Gästen und Mitarbeitenden:
- Streaming-Angebote: Netflix im Hotelzimmer ist bequem – erzeugt aber CO₂ durch mehr Datenverkehr.
- Datenmüll: E-Mail-Postfächer, die nie aufgeräumt werden, veraltete Backups, doppelte Dateien – all das belegt Serverressourcen, die dauerhaft mit Strom versorgt werden müssen.
Beispielhafte Rechnung:
Ein Hotel mit 100 Zimmern, in dem jede Nacht 50 Gäste durchschnittlich 1 Stunde streamen, verursacht allein durch Streaming pro Jahr etwa 5–10 Tonnen CO₂ – mehr als ein Mittelklassewagen auf 40.000 km.
Ein “Zero Waste”-Ansatz auf digitaler Ebene bedeutet: Zero Data Waste. Bewusster Umgang mit Daten ist ein Hebel für Ressourcenschonung und Klimaschutz.