Was bedeutet die „Recyclingquote“ wirklich – und warum wird nicht alles recycelt, was im Recyclingmüll landet?

Die offizielle Recyclingquote wird oft missverstanden und vermittelt ein zu optimistisches Bild. Sie beschreibt in der Regel nicht den tatsächlich wiederverwendeten Materialanteil, sondern häufig nur den Anteil, der theoretisch recycelt werden könnte.
Es gibt drei entscheidende Kennzahlen:

  1. Sammelquote – Anteil des Materials, der über offizielle Systeme (Gelber Sack, Pfandautomaten) erfasst wird.
  2. Verwertungsquote – Anteil des gesammelten Materials, der in eine Recyclinganlage gelangt (erste Verluste entstehen hier).
  3. Rezyklat-Einsatzquote – Anteil des recycelten Materials, der tatsächlich in neuen Produkten landet (oft am niedrigsten).

Hauptgründe für Verluste:

  • Verschmutzung: Essensreste im Altpapier oder falsche Kunststoffe in PET-Chargen machen ganze Lieferungen unbrauchbar.
  • Materialkombinationen: Verbundstoffe wie Joghurtbecher mit Aludeckel sind schwer zu trennen und landen oft im Restmüll.
  • Fehlende Nachfrage: Selbst technisch recycelbare Materialien werden verbrannt oder deponiert, wenn es keinen Markt dafür gibt.

Fazit für Hotels: Mülltrennung ist nur der erste Schritt. Die tatsächliche Wirkung hängt stark von der lokalen Recyclinginfrastruktur ab.